6 Gesänge, Op.16

Robert Franz

2 voix · Singstimme Voice, Pianoforte

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Paroles

Um Mitternacht ruht die ganze Erde nun; doch heimliche, stille Liebe wacht– wann könnte die Liebe ruhn? Darf sie am liebsten Herzen nicht weilen, muss sie auf Sturmes Flügeln eilen, kann nicht rasten, muss jagen und wagen, jauchzen und klagen, und sie wandert verstohlen und sacht um Mitternacht. Um Mitternacht beim Sternenglanz schwingt vom Lager sich empor zu heimlicher Lust, zum Elfentanz der nächtliche Geisterchor. Nicht die gestorbenen Schatten und Schemen, die um verlorene Herzen sich grämen, nein, die lebendige, liebende Seele sucht, was ihr fehle, sucht und findet, und jubelt und lacht, um Mitternacht. Um Mitternacht im heissen Traum kann nicht ruhn die Seele mir, sie fliegt auf der Wolken gold’nem Saum, will fliegen, mein Kind, zu dir. Oft schon sind sie, die neckischen Jungen, meine Gedanken zu dir gedrungen, um mir von deinem rosigen Munde himmlische Kunde küssend zu rauben verstohlen und sacht um Mitternacht.

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