Johannes Brahms
2 voix · Voice, Piano
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1. Es reit der Herr von Falkenstein wohl über ein' breite Heide. Was sieht er an dem Wege stehn? Ein Mädel mit weissem Kleide, ja Kleide. 2. "Gott grüsse Euch Herrn von Falkenstein! seid Ihr des Lands ein Herre, ei so gebt mir wieder den Gefangnen mein um aller Jung frauen Ehre, ja Ehre!" 4. "Steht zu Falkenstein ein tiefer Turm wohl zwischen zwei hohen Mauren, so will ich an die Mauren stehn, und will ihm helfen trauren, ja trauren." 5. Sie ging den Turm wohl um und wieder um: "Feinslieb bist du darinnen? Und wenn ich dich nicht sehen kann, so komm ich von meinen Sinnen." 6. Sie ging den Turm wohl um und wieder um, den Turm wollt sie aufschliessen: "Undwenn die Nacht ein Jahr lang wär, kein Stund tät mich verdriessen." 7. "Ei, dörft ich scharfe Messer trag'n, wie unsers Herrn sein Knechte, so tät ich mit Dem von Falkenstein um meinen Herzliebsten fechten, ja fechten!" 8. "Mit einer Jungfrau fecht ich nicht, das wär mir eine Schande! Ich will dir deinen Gefangnen gebn, zieh mit ihm aus dem Lande, ja Lande." 9. "Wohl aus dem Land da zieh ich nicht, hab Niemand was gestohlen; und wenn ich was hab liegen lahn, so darf ichs wieder holen, ja holen."
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